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31.08.2020

Unterstützen Sie die Forschung zum Verhältnis von Mensch und Wildtier in der Stadt. Die Umfrage ist Teil der Doktorarbeit von Simon Mösch an der Humboldt-Universität Berlin. Er ist Stipendiat der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Die Umfrage wird bis November online sein.

Hier geht’s zur Umfrage: https://www.soscisurvey.de/stadtwildtiere2020/

VIELEN DANK!

Ihr Berliner Stadtwildtier-Team



© Sina Plenker / wildenachbarn.de
20.08.2020

Fuchs, Kaninchen oder Dachs: Viele Menschen erfreuen sich an Wildtieren in ihrer Umgebung. Doch Wildtiere halten sich nicht immer an die Regeln und Vorstellungen ihrer menschlichen Nachbarinnen und Nachbarn, wodurch Konflikte programmiert sind. Geva Peerenboom, Fanny Betge, und Prof. Dr. Ilse Storch von der Professur für Wildtierökologie und Wildtiermanagement der Universität Freiburg haben gemeinsam mit Dr. Christof Janko vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg deshalb das Handbuch „Wildtiermanagement im Siedlungsraum“ erarbeitet. Dieses soll als Leitfaden für Personen, die sich mit dem Thema befassen, sowie Behörden in Stadt- und Landkreisen sowie Kommunen Baden-Württembergs dienen, um konfliktreichen Situationen zwischen Menschen und Tieren vorzubeugen oder diese abzumildern.

„In allen Gemeinden Baden-Württembergs machen Menschen direkte Erfahrungen mit Wildtieren, die allerdings nicht immer den Erwartungen entsprechen“, erklärt Peerenboom. Oft habe das Zusammentreffen von Mensch und Wildtier im Siedlungsraum negative Auswirkungen, seien es ökonomische, psychologische oder gesundheitliche: Wildtiere können Schäden an menschlichem Eigentum verursachen, wie das Wildschwein im Garten, die Nachtruhe der Menschen stören, wie der Marder im Dachstuhl, oder Krankheiten wie den Kleinen Fuchsbandwurm übertragen. „Und Menschen können, meist aus Unkenntnis, bei Wildtieren vermeidbare Leiden verursachen“, sagt die Freiburger Wissenschaftlerin. „Gleichzeitig erleben viele Menschen Wildtiere im Siedlungsraum als bereicherndes Naturerlebnis und erfreuen sich an den Tieren. Eine Vielfalt an Tierarten in urbanen Gebieten ist gesellschaftlich gewollt.“

Deshalb förderte das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg von 2010 bis 2020 das Projekt „Wildtiere im Siedlungsraum Baden-Württembergs“ der Albert-Ludwigs-Universität. 

Link zum Handbuch

Link zur Medienmitteilung

30.03.2020

Im Rahmen des Leibniz-Podcasts "Tonspur Wissen" zur Covid-19-Pandemie erklärt der Leibniz-IZW-Direktor Heribert Hofer, ob Tiere Covid-19 bekommen oder übertragen können oder nicht (Folge 7).

Hier können Sie sich die Folge anhören.

30.03.2020

Wildtiere als Coronaüberträger?
„Wir müssen uns nicht vor der Fledermaus fürchten“ - Christian Voigt, Wissenschaftler am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leiter der Abteilung Evolutionäre Ökologie) im Gespräch mit Liane von Billerbeck im Deutschlandfunk Kultur:

zum Beitrag

10.03.2020

Copyright: Jon Juarez

Für Wildtiere können Städte sowohl neue Chancen als auch Bedrohungen darstellen. Manche Arten kommen in diesem neuartigen Lebensraum besser zurecht als andere. Ob die Nutzung oder Nichtnutzung solcher neuartiger Lebensräume auch innerhalb einer Art unterschiedlich ausfällt, erkundeten Forscherinnen und Forscher des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) und des Luxemburgischen Nationalmuseums für Naturgeschichte (NMNH). Sie analysierten das genetische Material von Rotfüchsen (Vulpes vulpes), die in Berlin und seiner Umgebung leben. Sie identifizierten „städtische“ und „ländliche“ Fuchspopulationen und zeigten, dass physische Barrieren wie Flüsse oder Bauwerke den Austausch zwischen diesen Populationen behindern, aber auch Unterschiede in der menschlichen Aktivität in diesen Landschaften eine große Rolle spielen. Stadtfüchse sind weniger empfindlich gegenüber menschlicher Aktivität, wenngleich auch sie den Abstand zum Menschen halten und sich daher bevorzugt entlang großer Bahn- und Straßentrassen bewegen. Die Studie wurde in der wissenschaftlichen Zeitschrift "Molecular Ecology" veröffentlicht. 

Publikation

Kimmig SE, Beninde J, Brandt M, Schleimer A, Kramer-Schadt S, Hofer H, Börner K, Schulze C, Wittstatt U, Heddergott M, Halczok T, Staubach C, Frantz AC (2019): Beyond the landscape: resistance modelling infers physical and behavioural gene flow barriers to a mobile carnivore across a metropolitan area. Molecular Ecology.

https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1111/mec.15345

Pressemitteilung des Leibniz-IZW

14.02.2020

In zwei Monaten, am 20.04. beginnt die dritte und damit letzte Runde im Projekt "Fledermausforscher in Berlin". Das Leibniz-IZW sucht wieder Berliner*innen, die Zeit und Lust haben, an diesem spannenden Forschungsprojekt teilzunehmen.

Belauschen Sie mit einem Detektor Fledermäuse auf ihren nächtlichen Streifzügen. Wer mitmachen möchte, kann sich bis zum 08.03. um eine Teilnahme am Projekt bewerben.

Für dieses Projekt werden Teilnehmer*innen gesucht, die

  • noch nicht an einem der WTimpact-Projekte teilgenommen haben,
  • mind. 18 Jahre alt sind,
  • ausreichend mobil sind, um eine Strecke von 2-3 Kilometern zurückzulegen,
  • einen eigenen PC mit Internetanschluss und Zeit und Lust haben, an diesem Projekt teilzunehmen.

Die Teilnahme ist kostenfrei!

Alle Informationen zu diesem Projekt sowie das Bewerbungsformular finden Sie auf www.fledermausforscher-berlin.de.

07.02.2020

Im Basler St. Johann-Quartier wurde ein Waschbär gefunden - allerdings sei das Tier tot und die Ursache unklar, wie Radio SRF 1 in einem Beitrag vom 7. Februar 2020 berichtete. In der Schweiz wurde in den letzten Jahren die Anwesenheit von einigen wenigen Waschbären dokumentiert.

Waschbär vor dem Zürcher Opernhaus

Für die Stadt Zürich wurde im November 2018 auf StadtWildTiere Zürich ein Waschbär gemeldet, der am Abend durch die Menschenmenge beim Opernhaus im Stadtzentrum rannte und dabei von Passanten gefilmt wurde.
Während in Deutschland gebietsweise hohe Populationsdichten von Waschbären vorkommen und er auch in Österreich als weit verbreitet gilt, scheint sich die Art in der Schweiz noch nicht allgemein etabliert zu haben. Gut möglich, dass sich das in den nächsten Jahren ändern wird.

Beitrag von SRF 1 vom 7. Feb. 2020

05.01.2020

 
Zauneidechse: Männchen (links) und Weibchen (Bild Bea Schmuckli / stadtwildtiere.ch)

Kennen Sie die rund 15 Reptilienarten, welche im deutschsprachigen Raum Europas leben (D: 14 Arten, AU: 15, CH: 17 Arten)?

Die Zauneidechse ist eine der bekannteren Arten, die auch in Gärten und Grünanlagen vorkommen kann. Sie hat einen gedrungenen Körper und relativ kurzen, nicht mehr als körperlangen Schwanz, im Unterschied zur Mauereidechse, die grazil wirkt und deren Schwanz doppelt so lang wie der Körper ist. Zauneidechsen brauchen Hecken mit Dickicht, Steinhaufen, Altgrasstreifen. Sie können weniger als die Mauereidechse entlang von Mauern in die Höhe fliehen, weshalb sie häufiger von Hauskatzen erbeutet werden.

Besuchen Sie das Zauneidechsen-Portrait auf den StadtWildTiere- und Wilde Nachbarn-Webplattformen und finden Sie dort Hinweise, wie die Art gefördert werden kann.

22.11.2019

8 – 12 Jahre | 3.– 6. Klasse
Bambi.
Eine Lebensgeschichte aus dem Walde
nach Felix Salten (1923)

Zwischen Bäumen, Wiesen, Himmel und feuchter Erde wimmelt es im Wald vor Leben. Vielgestaltige Wesen bahnen sich ihren Weg durch die Jahreszeiten. Sich hier zurecht zu finden, lernt Rehkitz Bambi von seiner Mutter. Als sie plötzlich verschwindet, ist er auf sich allein gestellt.  Die Donnerwesen der Stadt hätten wieder einmal zugeschlagen, munkeln die kleinen Tiere des Waldbodens. Während alle anderen nur an sich und das nächste Fressen denken, ist Bambis Freundin Faline die einzige, die ihn versteht. Denn Bambi spricht nur noch in Musik. Zusammen träumen sie von einer neuen Waldordnung, in der Platz für Gemeinsamkeit und gegenseitige Hilfe unter allen Tieren ist. Doch bis alle überzeugt sind, muss erst eine Katastrophe geschehen.

Die eigens für das THEATER AN DER PARKAUE entwickelte Neubearbeitung des Romans von Felix Salten (1869–1945) bringt unser heutiges Verhältnis von Mensch und Natur auf die Bühne. Nicht die Jagd allein, sondern die Verdrängung natürlicher Lebensräume durch den Menschen wird zunehmend zur Bedrohung für die Tierwelt.

Regisseurin Marie Bues, seit 2013 zusammen mit Martina Grohmann Leiterin des Theater Rampe in Stuttgart, setzt in ihrer „Bambi“ Inszenierung auf geballte Ensemblekraft und Musik. Nicht zu verwechseln mit Disneys gleichnamiger Verfilmung aus dem Jahre 1942, die von Saltens Original weit entfernt ist.

Spielort: Bühne 1 | Regie: Marie Bues | Bühne + Kostüme: Maike Storf | Fassung: Oliver Schmaering | Musik: Anton Berman | Dramaturgie: Sarah Wiederhold | mit: Berman (Musik), Berthold, Erdmann, Pabst, Pöpping, von Sallwitz, Schmidt

Termine:

DO, 12.12.2019 10.00 Uhr

FR, 13.12.2019 10.00 Uhr

SO, 22.12.2019 11.00 Uhr

SO, 22.12.2019 16.00 Uhr

MO, 23.12.2019 11.00 Uhr

DO, 16.01.2020 11.00 Uhr

FR, 17.01.2020 10.00 Uhr

MI, 29.01.2020 10.00 Uhr

 

31.10.2019

Erdhummel (© Cornelia Hürzeler / stadtwildtiere.ch)

In einer neuen Studie, publiziert am 31. Oktober 2019 im renommierten Wissenschaftsjournal Nature, wird für den Zeitraum von 2008 bis 2017 ein erschreckender Rückgang der Insekten nachgewiesen. Besonders stark ist der Rückgang in landwirtschaftlich genutzten Gebieten, wo zwischen 2008 und 2017 die Biomasse der Insekten um 67%, die Anzahl Individuen pro Art um durchschnittlich 78% und die Anzahl der Arten um 34% abnahm. Ein drastischer Rückgang sowohl der Biomasse (41%) als auch bei der Anzahl Arten (36%), nicht aber in der Individuenzahl pro Art, war auch in Waldgebieten zu verzeichnen. 

Die Daten wurden in drei Regionen Deutschlands erhoben und von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verschiedener deutscher und schweizer Forschungseinrichtungen ausgewertet und diskutiert. Die deutlichen Resultate dürften auch auf die Verhältnisse in anderen mitteleuropäischen Gebieten übertragbar sein.

Der Rückgang der Insekten ist nicht nur für diese selber gravierend, Insekten bilden auch die Nahrungsgrundlage für viele andere Tiere und spielen eine wichtige Rolle bei der Bestäubung von Kulturpflanzen. 

Link zum Abstract der Publikation

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